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Veranstaltungen in Bernau

Leben und Lernen in den vier Wänden eines Bauhaus-Ensembles

Kategorie: Lesung / Vortrag / Seminar

Georgios Tsiokos, Griechenland: Ein Absolvent der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ erzählt von seiner Studienzeit — Leben und Lernen in den vier Wänden eines Bauhaus-Ensembles.

Am Mittwoch, 30. Januar ist Georgios Tsiokos — griechischer Absolvent der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ — Gast im Kunstraum Innenstadt. Ab 19 Uhr wird er aus seiner Studienzeit in Bernau erzählen. Damit findet eine Vortrags- und Gesprächsreihe anlässlich des Jubiläumsjahres „100 Jahre Bauhaus“ ihren Auftakt, die das Kulturamt der Stadt Bernau gemeinsam mit der Galerie Bernau im ersten Halbjahr veranstaltet. Den Rahmen dazu gibt die Ausstellung „Volksbedarf statt Luxusbedarf — Bernau und sein Bauhaus“, die vom 16. Februar bis 5. April in der Galerie Bernau zu sehen sein wird.

Georgios Tsiokos war einer der rund 15.000 Gewerkschafter, die hier ab der Wiedereröffnung am 2. Mai 1947 als Bundesschule des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) bis zur Schließung am 30. September 1990 studierten. Das waren neben den Mitgliedern des FDGB, Gewerkschafter aus Afrika, Lateinamerika, Asien, dem Mittleren Osten und westeuropäischen Ländern. Rund 4.400 internationale Gewerkschafter aus 93 Ländern waren ab 1959 in den folgenden 30 Jahren Delegierte an der Gewerkschaftshochschule. Georgios Tsiokos arbeitete als Herausgeber einer griechischen Gewerkschaftszeitung. 1964 wurde er an die Bernauer Bildungseinrichtung geschickt, die seit 1956 über die staatliche Anerkennung als Hochschule mit Diplomabschluss verfügte. Seinen Abschluss machte er im Januar 1967 und schloss dem ein weiteres Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg an, die heute als Kunst- und Filmuniversität den Namen „Konrad Wolf“ trägt. In Griechenland drehte sich inzwischen das Rad der Geschichte weiter und das nicht zu Gunsten linker Kräfte. Am 21. April 1967 übernahmen rechtsextreme Offiziere die Macht und errichteten eine Militärdiktatur. Für einen Gewerkschafter mit zwei Diplomen von DDR-Hochschulen in der Tasche konnte an eine Rückkehr in die Heimat nicht gedacht werden. „Die Militärs warteten dort schon auf mich“, so reflektierte Tsiokos seine persönliche Situation. Er blieb in Berlin und arbeitete zwei Jahre als Redakteur bei der Tageszeitung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes „Tribüne“, bevor er nach Griechenland zurückkehren konnte. Heute spricht er davon, dass ihm die DDR eine zweite Heimat geworden sei.

Georgios Tsiokos ist jetzt 80 Jahre alt und führte über viele Jahre seine eigene Filmproduktionsfirma. Er lebt in Athen. Am 30. Januar ist er Gast und Gesprächspartner im Kunstraum Innenstadt und wird von der Zeit berichten, die er in Bernau Mitte der 1960er Jahre verbrachte. Neben den Fragen zu seinem Studentenleben an der Gewerkschaftshochschule stehen auch solche, wie er die Hochschule als Bauensemble der Moderne wahrnahm. Wusste er, dass er in einem herausragenden Zeugnis der Bauhaus-Architektur studierte? Immerhin hat Walter Ulbricht – zu dieser Zeit Vorsitzender des Staatsrates der DDR – die Formulierung geprägt der „Bauhausstil“ sei eine „volksfeindliche Erscheinung“. Wurde die Historie des Bauhaus-Schulgebäudes vermittelt? Georgios Tsiokos wird es uns erzählen.

Anschrift

Kunstraum Innenstadt
Alte Goethestraße 3
16321 Bernau (Bernau Innenstadt)

Kontakt

 Kulturamt
 (03338) 365311
 www.bernau.de
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